Neue Kategorie in der Spirale: Vertikale Spirale

Der Internationale Rhönradturn-Verband hat eine neue Kategorie in der Disziplin Spirale eingeführt: Die Vertikale Spirale / vertical spiral.

Was ist eine Vertikale Spirale?

  • In der Vertikalen Spirale rotiert das Rhönrad auf einem Reifen in nahezu aufrechter Position.
  • Die Kreisbewegung, die der Aufliegepunkt des Reifens auf dem Boden beschreibt, ist nahezu punktförmig.
  • Die Rotation erfolgt nun ausschließlich um die Längsachse des Gesamtsystems bestehend aus Turner und Rad (= es gibt keine Kopfuntenstellung).
  • Die Radgeschwindigkeit ist sehr hoch.
  • In dieser Radbewegung kann der Aktive verschiedene Stand-, Griff- bzw. Hangvarianten ausführen ohne dass der zweite Reifen den Boden berührt.
  • Eine Übung in der vertikalen Spirale umfasst 3 bis 5 Rotationen um die Längsachse.


Wie verläuft der Übergang in die Vertikale Spirale?

Der Aktive turnt Seitliegestütz (ohne Bindungen) mit Beinkreisen auf dem oberen oder unteren Reifen (Bein bleibt gestreckt), wobei sich die Geschwindigkeit der Beinbewegung steigert. Dadurch erhöht sich die Radgeschwindigkeit deutlich. Der Seitliegestütz mit Beinkreisen erfolgt innerhalb von maximal 5 Radumdrehungen, danach bringt der Aktive das Rad in die vertikale Spirale. Am Ende der Übergangseinheit bringt der Aktive das Rad durch Armzug und Körperverlagerung in eine nahezu aufrechte Position, die Rotation des Rades erfolgt nun ausschließlich um die Längsachse.
Anmerkung: Diese Einheit ist eine Übergangseinheit analog zum Abrutschen. Sie hat keine eigene Wertigkeit, aber es können Abzüge vorgenommen werden.

Wie komme ich aus der Vertikalen Spirale in den Stand?

Das In-den-Stand-Führen aus der vertikalen Spirale erfolgt durch Körperverlagerung. Der Aktive gelangt unmittelbar in den Stand auf beiden Reifen, wobei aufgrund der hohen Radgeschwindigkeit eine oder mehrere Rotationen im Stand auf beiden Reifen übungsbedingt sind.
Anmerkung: Diese Einheit ist eine Übergangseinheit analog zum In-den-Stand-Führen aus der kleinen Spirale. Sie hat keine eigene Wertigkeit, aber es können Abzüge vorgenommen werden.

Neue Schwierigkeitsteile in der Vertikalen Spirale (gültig ab WM 2016)

  • Vertikale Spirale beidbeinig (D-Teil): z. B. mit geschlossenen Beinen, mit gegrätschten Beinen. Nur eine Variante wird anerkannt, weitere Varianten gelten als Übungswiederholung.
  • Vertikale Spirale einbeinig mit Beinvariante (D-Teil): z. B.mit Vor(beuge)spreizen, mit Rückspreizen oder abwechselndem Rück-und Vorbeugespreizen. Nur eine Variante wird anerkannt, weitere Varianten gelten als Übungswiederholung.
  • Vertikale Spirale im Hockhang (D-Teil): Der Aktive hockt die Beine an und gelangt dadurch in eine Hangposition. Anerkennung nur, wenn die Beine während der gesamten Bewegung gelöst sind (d. h. mind. 3 Radumdrehungen lang.
  • Vertikale Spirale im Hang mit gestreckten Beinen in der Rückhalte; Konventionalausdruck: Superman (D-Teil): Der Aktive streckt die Beine parallel und geschlossen nach hinten, sodass der Körper in der Hangposition nahezu waagerecht ist. Anerkennung nur, wenn die Beine während der gesamten Bewegung gelöst sind (d. h. mind. 3 Radumdrehungen lang). Fehler in der Beinhaltung haben keine Auswirkung auf die Anerkennung der Übung und werden vom Ausführungskampfrichter abgezogen.

Quelle: IRV

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