Tag 3: Gold und Silber für Team Germany im Mehrkampf der Aktiven

Guter Abschluss der Mehrkämpfe bei der Rhönrad Weltmeisterschaft in Lignano für Team Germany: Geheimfavoritin Lilia holte sich vor der zuvor stark eingeschätzten ausländischen Konkurrenz die Goldmedaille und wurde so sensationell Weltmeisterin! Marcel verpasste den ganz großen Coup nur um Haaresbreite und wurde mit dem kleinstmöglichen Rückstand von 0,05 Punkten hinter dem starken Japaner Yasuhiko Takahashi Zweiter.

Zwei unserer Damen erwischten leider einen ganz schwachen Start und brachten sich mit jeweils zwei Stürzen in der ersten Disziplin Spirale gleich um alle Medaillenchancen – für Sarah und Saskia galt es danach, Schadenbegrenzung zu betreiben und sich in den weiteren Disziplinen zumindest noch für ein Einzelfinale zu empfehlen. Letzteres gelang zumindest Sarah, die sich im Sprung wiedererstarkt zeigte und am Freitag im Finale Medaillenchancen hat. Die weiteren drei Damen brachten ihre Spiraleübungen sicher aufs Parkett und turnten sich mit 10,80 (Yana), 10,35 (Jasmin) und 10,20 Punkten (Lilia) in hervorragende Ausgangspositionen für den Mehrkampf. Im anschließenden Sprung mussten Jasmin und Yana auf Grund ihrer niedrigeren Ausgangswerte leider federn lassen, sodass einzig Lilia mit ihrem sicher gestandenen Strecksalto mit ganzer Schraube (8,25 Punkte) im Rennen um die Mehrkampfmedaillen blieb.

Spannend wurde es dann in der abschließenden Musikkür: Die bis dahin stark turnende Schweizerin Cheyenne Rechsteiner zauberte mit 11,50 Punkten die höchste Wertung des Tages aufs Parkett und setzte Lilia somit gehörig unter Druck. Diese konnte jedoch umgehend kontern und bekam für ihre gewohnt sicher vorgetragene Übung 11,30 Punkte: Gold für Lilia und Tema Germany!

Insgesamt turnen vier unserer fünf Damen am Freitag in Einzelfinals; das ist in der Breite eine tolle Mannschaftsleistung und schürt Hoffnung auf weitere Titel.

Nachdem die deutschen Männer vor zwei Jahren in Chicago ohne Mehrkampfmedaille blieben gab es nach den starken Leistungen von Marcel in den Qualifikationen durchaus Hoffnungen aufs Treppchen. Nach seiner exzellenten Spirale mit Höchstwertung von 11,40 Punkten war sogar der Titel in Reichweite; Unsicherheiten in seiner Musikkür ließen seinen Vorsprung vor der sprunggewaltigen Konkurrenz aus Japan allerdings mehr als geplant schmelzen.

Die letzte Disziplin Sprung entwickelte sich dann zum Wimpernschlagfinale: Motonobu Tamura und Yasuhiko Takahashi legten mit ihren Sprüngen (Auerbachsalto mit ganzer Schraube und Strecksalto rückwärts mit Doppelschraube) mächtig vor; Marcel ließ sich jedoch nicht einschüchtern und zeigte erstmals im Wettkampf seinen Strecksalto rückwärts mit eineinhalb Schrauben. Am Ende setzte er sich mit 0,05 Punkten gegen Motonobu durch, verlor den Kampf um Gold allerdings mit weiteren 0,05 Punkten gegen Yasuhiko. In allen drei Finals am Freitag hat er allerdings noch die Chance, sich das ersehnte Gold zu holen.

Max turnte als 6. einen soliden Mehrkampf und konnte sich für zwei Einzelfinals qualifizieren: Im Sprung hat er am Freitag die Chance, seine Eineinhalb-Schraube auf die Füße zu stellen; in der Spirale kann er die Unsicherheiten aus dem Mehrkampf korrigieren und sein Schwierigkeitsfeuerwerk auf die Fläche zaubern. Johannes erreichte bei seiner ersten WM-Teilnahme sein Ziel und erreichte als 9. im Mehrkampf die top ten, verpasste als dritter Deutscher allerdings knapp das finale in seiner Paradedisziplin Sprung. Niklas erwischte leider keinen guten Tag und wurde mit durchwachsenen Leistungen in seinen Gerade- und Spiraleübungen 14.

Am heutigen Donnerstag sind tagsüber zunächst die Cyr-Wheeler dran, beide Titel von Chicago 2013 zu verteidigen, bevor am Abend das heimliche Highlight der Titelkämpfe folgt: Lilia, Sarah, Jasmin, Yana und Marcel kämpfen im Mannschaftsfinale gegen die Niederlanden, die Schweiz und vor allem gegen Japan um Gold!

Simon für das Trainerteam

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